Prostata – Tabuthema mit Angstpotenzial

Krawatte mit blauem Band

Die Prostata ist wohl eines der am wenigsten beachteten Organe im menschlichen Körper. Meist erfährt sie die Aufmerksamkeit erst dann, wenn sie nicht mehr so funktioniert, wie sie sollte. Und das ist bei weitem keine Seltenheit. Jeder zweite Mann über 50 klagt über Prostatabeschwerden.

Das Problem: Nicht jedes Prostataleiden ist gutartig. Jeder zehnte Mann erkrankt am sogenannten Prostatakarzinom, also Prostatakrebs. Damit ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung unter Männern. Trotzdem oder gerade deshalb sind Prostataerkrankungen für Männer oft ein Tabuthema. Denn wer will schon die Diagnose Krebs erhalten?

Was bewirkt die Prostata?

Dabei ist die Prostata viel mehr als ein Organ, vor dessen Erkrankung man sich im Alter fürchtet. Die konkrete Aufgabe des Organs konnte erst der italienische Arzt Giovanni Battista Morgagni ermitteln. Er fand heraus, dass die Prostata eine Drüse ist, deren Sekret bei der Beförderung der Spermien aus dem Hoden hilft. Es steigert ihre Überlebenschancen auf dem Weg zur Eizelle erheblich, da es ihnen als Nährlösung dient. Der größte Teil der Samenflüssigkeit sind dementsprechend nicht die Spermien, sondern das Sekret aus der Prostata, der sogenannten Vorsteherdrüse.

Neben dieser Aufgabe bei der Fortpflanzung kann die Prostata auch das Lustempfinden des Mannes steigern, wenn sie stimuliert wird.

Woran erkenne ich eine kranke Prostata?

Eine kranke Prostata erkennt man erfahrungsgemäß am ehesten an nächtlichem Harndrang und einem schwächer werdenden Harnstrahl. Allerdings verursacht eine Prostataerkrankung zu Beginn kaum Beschwerden. Die Prostata vergrößert sich im Laufe der Jahre und verengt so die Harnröhre. Das Wasserlassen fällt deshalb deutlich schwerer.

Die häufigste Prostataerkrankung ist die benigne Prostatahyperplasie (BPH). Diese gutartige Vergrößerung der Prostata beschränkt sich immer auf die Prostata, die bösartige Form hingegen kann sich noch weiter im Körper verbreiten. Die Behandlung der BPH ist in der Regel unproblematisch. Für eine genauere Diagnose muss aber zunächst der Harndruck gemessen und eine Ultraschalluntersuchung von Blase und Prostata vorgenommen werden.

Was kann bei welchen Beschwerden helfen?

Grundsätzlich sollten Sie sich bei Problemen beim Wasserlassen an einen Arzt wenden. Allerdings können leichte Beschwerden auch mit pflanzlichen, frei verkäuflichen Produkten gelindert werden. So können spezielle Tees oder Präparate mit Wirkstoffen von Sägepalme und Kürbis die gesunde Funktion von Prostata und Blase unterstützen.

Blasentraining, also das Aushalten des Drangs, zur Toilette zu gehen, kann ebenfalls sehr sinnvoll sein. Beckenbodentraining hat dagegen keine Wirkung, kann aber einer Inkontinenz vorbeugen.

Verbleiben immer wieder kleinere Mengen Urin in der Blase, kann das zu Harnwegsinfekten und einer Prostata-Entzündung führen. Diese sogenannte Prostatitis kann mit Antibiotika behandelt werden. Bestimmte Medikamente können zudem die Prostata daran hindern, weiter zu wachsen und die Muskulatur entspannen, was das Wasserlassen erleichtert.

Helfen aber selbst die Medikamente nicht mehr, ist meist eine OP notwendig.

Prostatakrebs

Was aber, wenn die Prostatavergrößerung nicht gutartig, sondern bösartig ist? Was kann man bei der Diagnose Prostatakrebs tun?

Zunächst einmal sollte man sich nicht beunruhigen, denn das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren und meist wächst der Krebs im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen sehr langsam.

Dennoch sollte die regelmäßige Prostata-Vorsorge ein Muss für jeden Mann ab 40 sein. Denn im Anfangsstadium verursacht Prostatakrebs kaum Beschwerden, wird er aber frühzeitig erkannt und beschränkt sich noch auf die Vorsteherdrüse, kann er in der Regel vollständig geheilt werden.

Frauen haben keine Prostata! Oder etwa doch?

Nicht nur Frauen haben also ab einem gewissen Alter mit gesundheitlichen Beschwerden (Wechseljahre) zu kämpfen, auch Männer bleiben offensichtlich nicht verschont. Ein Glück für die Frauen, dass sie nicht auch noch eine Prostata haben, denkt man(n). Aber das ist nicht ganz richtig. Denn vor wenigen Jahren fanden Wiener Forscher heraus: Frauen können sehr wohl eine Prostata haben.

Das spezifische Drüsengewebe der Prostata und das Prostata-spezifische Antigen (PSA) fanden die Mediziner bei der Hälfte der untersuchten Frauen. Dabei handelt es sich eher nicht um ein voll funktionsfähiges Organ. Also können auch Frauen an Prostatakrebs – oder zumindest an Krebs im Zusammenhang mit diesem Drüsengewebe – erkranken. Die Wahrscheinlichkeit ist für sie allerdings deutlich geringer.

Die Prostata ist also keineswegs unbedeutend. Die Tabuisierung des Themas kann sogar gefährlich sein, denn eine frühzeitige Diagnose kann entscheidend für die Heilung von Prostatakrebs sein. Die regelmäßige Prostata-Vorsorge ab dem 40. Lebensjahr sollte deshalb ebenso selbstverständlich sein, wie der Besuch beim Zahnarzt.

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