Grauer Star – Trübe Aussichten verbessern

Grauer Star

„Amsel, Drossel, Fink und Star…“, so heißt es in einem berühmten Kinderlied. Doch heute soll es nicht um die Vogelschar, sondern die Augenerkrankung Grauer Star gehen. Der graue Star beeinträchtigt das Sehen erheblich und sorgt bei den Betroffenen nicht selten für Probleme im Alltagsleben. Anlässlich der Woche des Sehens und des Aktionstages am 11. Oktober wollen wir heute einmal darüber informieren, was grauer Star ist, was seine Ursachen sein können und wie er sich behandeln lässt.

Was ist Grauer Star?

In der Antike vermutete man, dass sich herabfließende Substanzen hinter der Pupille verfestigen, sie also star(r) werden und so das Sehen stören. Andere Erklärungen besagen, dass sich die Bezeichnung von „Starren“ ableitet, da die Erkrankten durch die getrübte Augenlinse einen starrenden Blick entwickelten.

Unabhängig von der Herkunftsbezeichnung lässt sich heute sagen: Vom Grauen Star – in der Fachsprache Katarakt genannt – spricht man, wenn sich die eigentlich klare Augenlinse trübt und somit das Sehen behindert wird.

Erkrankungsrisiko für grauen Star

Grauer Star tritt meist im fortgeschrittenen Alter ab 60 Jahren auf und wird deshalb auch Altersstar genannt. Aber auch Neugeborene können von der Sehbeeinträchtigung betroffen sein. Hierbei unterscheidet man zwischen erblich bedingtem und durch Schädigungen in der Schwangerschaft verursachten grauen Star. Solcherlei Schädigungen werden durch Infektionen mit Mumps, Röteln oder Alkoholkonsum durch die Mutter hervorgerufen.

Das Robert-Koch-Institut ermittelte zuletzt 2005 in einer umfangreichen Gesundheitsstudie die Wahrscheinlichkeit, einmal im Leben an grauem Star erkrankt zu sein. Demnach beträgt die Lebenszeitprävalenz für Katarakt bei Männern 4,9 % und bei Frauen 10,2 %. Allerdings steigt das Erkrankungsrisiko mit dem Alter. Im Alter von 85 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit, bereits erkrankt gewesen zu sein, bei Frauen bei über 60 % und bei Männern über 50 %.

Ursachen für Grauen Star

Leider ist immer noch nicht ganz klar, wie Grauer Star genau entsteht. Zum einen spielen erbliche Veranlagungen eine Rolle, zum anderen gibt es aber auch einige Risikofaktoren, die die Entstehung des Katarakts begünstigen:

  • Diabetes
  • Andere Augenerkrankungen (Grüner Star, Makuladegeneration, etc.)
  • Einnahmen von Kortison
  • Augenverletzungen
  • Rauchen
  • Starker Alkoholkonsum
  • Strahlung
  • Neurodermitis
  • Alport-Syndrom
  • Stoffwechselstörungen wie Galaktosämie

Wie lässt sich Grauer Star behandeln?

Der Katarakt lässt sich ausschließlich durch eine Operation behandeln. Hierbei wird die getrübte Linse durch eine aus Kunststoff ersetzt. Besteht neben dem Grauen Star bereits eine Makuladegeneration, kann sich trotz der OP eine Verschlechterung des Sehens einstellen. Das berichten einige Betroffene laut den Recherchen von SOS Augenlicht e.V. Bleibt der Graue Star jedoch unbehandelt, kann dies bis hin zur Erblindung führen. Spezielle Augenfit-Kapseln und Vitamin-A-Augen-Kapseln tragen mit dem enthaltenen Vitamin A zur Aufrechterhaltung einer normalen Sehkraft bei.

Abgrenzung zu Grünem Star und Makuladegeneration

Bei der altersbedingten Makuladegeneration sterben Sehzellen in der Netzhautmitte ab, sodass sich das farbige und scharfe Sehen verschlechtert. Verzerrtes oder verschwommenes Sehen sind erste Anzeichen, später bildet sich in der Mitte des Gesichtsfeldes ein dunkler Fleck.

Von Grünem Star spricht man, wenn Betroffene einen chronisch erhöhten Augeninnendruck sowie eine Durchblutungsstörung des Sehnervs aufweisen. Das sogenannte Glaukom entwickelt sich oft schleichend und zunächst symptomlos. Regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt können entscheidend für die Früherkennung sein.

Im Unterschied zum Grauen Star lassen sich die Sehverluste, die durch einen Grünen Star oder eine Makuladegeneration verursacht wurden, nicht mehr rückgängig machen. Durch Medikamente, spezielle Lasertherapien oder Operationen können sie nur noch aufgehalten bzw. verzögert werden.

Welttag des Sehens

Doch wie muss man sich so ein beeinträchtigtes Sehen vorstellen? Für die glücklichen Unbetroffenen ist das nur schwer vorstellbar. Auch deshalb wurde der Welttag des Sehens ausgerufen (11. Oktober 2018). Er soll auf das weltweite Aktionsprogramm „Vision 2020 – Das Recht auf Augenlicht“ aufmerksam machen und Blindheit verhindern, die vermeid- oder heilbar ist. Bereits im Jahr 2012 haben die Initiatoren des Projekts einen kurzen Clip zusammengestellt, der die Sehbehinderung im Alltag der Betroffenen verdeutlicht.

Falls Sie selbst oder Ihre Angehörigen auch schon Erfahrungen mit Augenkrankheiten gemacht haben, berichten Sie uns gerne davon in den Kommentaren.

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