Die Kamille

Blüte der Kamille im Sonnenschein

Die Kamille (lat. Matricaria chamomilla) gilt als die beliebteste Heilpflanze Europas. In der freien Natur ist die einjährige Pflanze, die zur Gruppe der Korbblütler gehört, kaum noch anzutreffen. Ursprünglich kommt die Kamille aus Süd-Osteuropa, aber ist schon lange von Mitteleuropa bis nach Skandinavien heimisch. Bekannt ist das sonnenliebende, 10-50 cm große Ackerkraut durch seinen ausgeprägten Duft und die gelb-weißen Blüten.

Man unterscheidet dabei zwischen der sogenannten Echten Kamille, die wegen des starken Kamillengeruchs vor allem in Arzneimitteln Anwendung findet, und Kamillenblüten, die sowohl in Tee und Bädern als auch in Cremes, Salben, Kosmetika und Arzneimitteln enthalten sind.

Die Heilpflanze Kamille

Die Kamille gilt schon seit langem als eine der am häufigsten angewendeten Heilpflanzen. Ihre Hauptanwendung sind Magen-Darm-Erkrankungen. Sie wirkt unter anderem antibakteriell, austrocknend, beruhigend, harntreibend, entzündungshemmend und schweißtreibend. Kamille findet ihre Anwendung bei zahlreichen Krankheiten, u. a. bei Allergien, Asthma, Furunkel, Durchfall, Blähungen, Fieber, Hautunreinheiten, Husten, Juckreiz, Schnupfen, Schlaflosigkeit, Stress, Reizdarm und Mandelentzündungen.

Magen-Darm

Das sonnenliebende Kraut wird oft als Tee oder Tinktur eingesetzt. Es lindert Bauchschmerzen, entkrampft und hilft Kindern und Erwachsenen bei verdorbenem Magen und Magengeschwür. Durch die antibakterielle und muskelentspannende Wirkung hilft der Korbblütler sowohl bei Durchfall als auch Verstopfung.

Blase

Ein weiteres Anwendungsgebiet der Kamille sind Erkrankungen der Blase. So hilft sie bei Nierenschwäche und Blasenbeschwerden, fördert die Harnproduktion und erleichtert damit das Ausscheiden von schädlichen Stoffen (Harnsäure). Dadurch kann sie auch rheumatische Erkrankungen und Gicht lindern.

Nerven

Die Kamille ist bekannt für ihre beruhigende und entkrampfende Wirkung auf das Nervensystem und kann Beschwerden wie Nervosität und Schlaflosigkeit dadurch entgegen wirken. Studien haben gezeigt, dass sie Substanzen enthält, die auf die gleichen Gehirnregionen und das Nervensystem wie angstlösende Medikamente wirken. Durch die muskelentspannende Wirkung hilft sie dabei, leichter einzuschlafen, und sorgt für emotionale und geistige Gelassenheit.

Atemwege

Bei Erkrankungen der Atemwege (Erkältung, Schnupfen und Halsschmerzen) kann das Gurgeln und Trinken mit Kamille helfen, da sie desinfiziert und heilt. Aufgrund ihrer austrocknenden Wirkung sollte  sie bei trockenem Husten allerdings nicht als Tee angewendet werden.

Haut

Als Dampfbad wirkt Kamille bei Stirnhöhlenentzündung, verstopfter Nase, unreiner Haut und Akne. Die entzündungshemmenden Eigenschaften wirken beruhigend und die ätherischen Öle töten Bakterien ab, wodurch sie gleichzeitig einer Entzündung vorbeugen bzw. bestehende Entzündungen eindämmen. Dies macht sich die Naturheilkunde in vielen Bereichen zunutze. Bakterien, die für die Entstehung von Pickeln verantwortlich sind, werden von ihr beseitigt, und die entzündete Haut wird beruhigt und geheilt.

Unterleib

Der Begriff Matricaria ist abgeleitet vom lateinischen Wort Matrix und bedeutet “Gebärmutter”. Die Heilpflanze wird häufig zur Behandlung gynäkologischer Beschwerden, wie Menstruationsbeschwerden und dem prämenstruellen Syndrom (PMS), verwendet. Auch für Sitzbäder ist die Kamille hervorragend geeignet, so lindert sie beispielsweise Juckreiz bei Hämorrhoiden und Infektionen im Genitalbereich. Auch Schwangeren kann sie gegen morgendliche Übelkeit helfen.

Krebs

Etwa 80 % aller bekannten Krebsarten entstehen aufgrund beschädigter DNA Moleküle. Die Kamille enthält die Substanz Apigenin. Im menschlichen Körper ist Apigenin in der Lage, etwa 160 verschiedene Proteine an sich zu binden. Im Vergleich dazu hat das durchschnittliche Chemo-Medikament bereits bei einem Protein ein Problem, dieses gleichzeitig zu binden. Eine Studie aus Japan zeigt auf, dass Kamille die Apoptose (Zelltod) der Krebszellen anregt, da sie stark entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.
Untersuchungen haben gezeigt, dass mithilfe der Kamille die Krebszellen innerhalb von 24 Stunden zu schrumpfen beginnen und die Ausbreitung der Krebszellen verlangsamt wird.

Allergien und Kontraindiktionen

Da die Kamille ein Korbblütler ist, haben Allergiker übrigens öfters Probleme mit der Behandlung durch Kamille. Auch die Anwendung am Auge sollte vermieden werden, da die feinen Härchen der Kamillenblüten die Augen reizen können. Bei Augenentzündungen sollten Kamillenprodukte deshalb grundsätzlich nicht verwendet werden.

Haben sie Erfahrungen mit der Heilwirkung der Kamille gemacht? Wie hat sie Ihnen geholfen? Wir freuen uns auf ihre Nachrichten.

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