Ginseng: Fünf wissenswerte Fakten zum asiatischen Heilmittel

Ginseng

Was ist wertvoller als Gold? Platin und Diamanten, na klar! Aber Ginseng? Kaum zu glauben, aber die asiatische Wunderwurzel war einst deutlich teurer. Im 19. Jahrhundert galt sie als Allheilmittel und war nach Überlieferungen achtzehnmal so teuer wie das Edelmetall. Auch deshalb blieb ihr Verzehr im damaligen Europa vor allem Königen und Adligen vorbehalten – sogar am Hofe König Ludwigs des XIV. wurde sie angeblich als Heilmittel genutzt.

1. Gesundheit Gold

Ginseng stammt ursprünglich aus dem nördlichen Korea, nordöstlichen China und südöstlichen Sibirien und war dort hauptsächlich in Gebirgs- und Waldregionen zu finden. Mittlerweile wird sie aber weltweit kultiviert. Den Ruf als Allheilmittel erhielt die Wurzel bereits vor 1.500 Jahren. Der Legende nach soll der Berggott einem jungen Mann im Traum erschienen sein und ihm den Weg zu der Pflanze gezeigt haben, mit der er seine todkranke Mutter heilen konnte. Danach soll er mit dem Anbau der heilenden Wurzel begonnen haben. Während in Asien bereits im 11. Jahrhundert roter Ginseng produziert wurde, eine veredelte Form der Wurzel, dauerte es bis zum 17. Jahrhundert, ehe die Wurzel nach Europa gelangte. Erst seit den 1980er Jahren wird Ginseng auch in Deutschland angebaut.

2. Anbau von Hand

Ein altes koreanisches Sprichwort besagt: Ginseng solle jeden Tag die Schritte des Gärtners hören. Diese Metapher verdeutlicht wie aufwändig und zeitintensiv der Ginsenganbau ist, denn auch heute erfolgt dieser noch größtenteils von Hand. Hinzu kommt, dass die Wurzel mehrere Jahre wachsen muss, ehe sie geerntet werden kann. Roter Ginseng wird sogar mindestens sechs Jahre herangezogen, dann mit Wasserdampf behandelt und anschließend bis zu einem Wassergehalt von 14% getrocknet. Dadurch ist er länger haltbar und leichter zu transportieren. Auch in Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten wird meist roter Ginseng verwendet.

3. Menschenähnliche Form

Ginseng wird bis heute hoch geschätzt und gilt in Asien aufgrund seiner Form als Sinnbild  für Gesundheit sowie ein langes Leben. Die Wurzeläste sehen nämlich teilweise aus wie menschliche Arme und Beine, die aus dem Wurzelkörper herausragen. Der Wurzel wird eine allgemeine positive Wirkung auf den menschlichen Organismus nachgesagt. So soll sie einerseits bei Müdigkeit und Konzentrationsmangel helfen, andererseits aber auch bei Stress und Bluthochdruck beruhigend wirken. Neben den Hauptwirkstoffen, den Ginsenoiden, sind auch zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe enthalten, was die vielen unterschiedlichen Anwendungsgebiete erklärt.

4. Festival in Geumsan (Südkorea)

Geumsan kennen wohl die wenigsten, denn die Stadt liegt in der Provinz Chungcheongnam-do in Südkorea. Doch jedes Jahr im Herbst wird es zum Mekka der Ginsengliebhaber, die hier zu Ehren der Wurzel ein eigenes Ginseng-Festival veranstalten. Es werden nicht nur viele verschiedene Ginseng-Produkte wie Tee, Zahncreme, Extrakt oder Ginseng-Kapseln angeboten, die verrückten Südkoreaner veranstalten auch ein eigenes Quiz, Kochwettbewerbe und sogar einen Marathonlauf im Zuge des Festivals. Getreu dem koreanischen Sprichwort hört der Ginseng an diesem Tag also sehr viele Schritte verschiedener Gärtner.

5. Schuldenerlass mit Ginseng

Doch nicht nur in Südkorea ist man von der heilsamen Wirkung und dem Wert der Wunderwurzel überzeugt, auch Nordkoreas damaliger Diktator Kim Jong Il hatte im Jahr 2010 die Idee die reichen Ginseng-Ernten gewinnbringend einzusetzen. Er wollte mit einer Tonne des Allheilmittels die Staatsschulden seines Landes abbauen. Sein Plan war eine Art Tauschgeschäft: eine Tonne Ginseng für einen Schuldenerlass in Höhe von fünf Prozent bei Tschechiens Regierung. Das hätte immerhin 500.000 Dollar entsprochen. Tschechiens Vizelandwirtschaftsminister hätte sich jedoch mehr über eine Schiffsladung Zink gefreut, um diese weiterverkaufen zu können. Wirtschaftliche Beschwerden kann Ginseng im Gegensatz zu gesundheitlichen also wohl nicht lindern.

Doch wer braucht schon Geld oder Gold, wenn man Ginseng hat?

 

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