Säfte – Durstlöscher oder Kalorienbombe?

Kräuterhaus Sanct Bernhard - Säfte
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Die Deutschen sind – im Vergleich zu anderen europäischen Märkten – Spitzenreiter im Trinken von Saft. Pro Kopf beträgt der Verbrauch über 30 Liter pro Jahr. Vor allem Apfel- und Orangensaft erfreut sich großer Beliebtheit. In Deutschland existieren 326 Unternehmen, die pro Jahr etwa 900.000 Tonnen Obst verarbeiten. Doch was macht den Saft aus? Ist es sinnvoll eine Saftkur zu machen? Wir sind dem Flüssigobst auf den Grund gegangen.

Saft & Co.

Alles, was wie Saft aussieht, ist nicht unbedingt auch Saft, wie er im Buche steht – wenigstens ist er nicht so rein, wie man im ersten Moment denkt. Im Sortiment der Supermärkte finden Sie auch Nektar oder Fruchtsaftgetränke vor. Folgende Merkmale können Sie den Variationen zuordnen:

  • Fruchtsaft: 100 % Frucht, kein Zusatz von Zucker oder anderen Konservierungsstoffen
    • Direktsaft: unbehandelt, unmittelbare Abfüllung nach dem Auspressen, höchstens kurze Pasteurisierung (haltbar gemacht)
    • Konzentrat: Direktsaft, dem Wasser entzogen wird, ist leichter und einfacher zu transportieren, bei der Herstellung wird wieder Wasser hinzugefügt
  • Nektar: zu 25 bis 50 % aus Früchten, restliche Bestandteile: Wasser, ggf. Zucker oder Honig
  • Fruchtsaftgetränke: bestehen hauptsächlich aus Wasser, wesentlich geringerer Fruchtanteil (6 bis 30 %), Farbstoffe, Säuerungsmittel, Fruchtaromen

Saft als Obstersatz?

Ausnahmen bestätigen die Regel ist hier die Devise. Auch wenn Saft augenscheinlich Obst in flüssiger Form ist, gehen bei der Herstellung Vitamine und Ballaststoffe verloren. Und genau diese tragen zu einer normalen Darmfunktion bei. Der Fruchtzucker aus dem Obst bleibt jedoch erhalten und kann nicht so schnell wie gewünscht abgebaut werden. Vor allem Diabetiker und Personen mit Übergewicht sollten den Verzehr von Säften im Auge behalten. Zum Durst stillen sollten Sie besser zu Wasser greifen oder Ihren Lieblingssaft wenigstens mit ausreichend Wasser verdünnen. Zudem sättigt Saft weniger als Obst in seiner Urform, da Flüssigkeiten den Magen wesentlich schneller verlassen als feste Nahrung.

Bei unseren Vitalsäften empfehlen wir einen Verzehr von nicht mehr als 30-50 ml (je nach Sorte) pro Tag, da diese voll von wertvollen Nährstoffen sind – entweder pur oder verdünnt mit Wasser.

Saft als Essensbegleiter

Viele Menschen greifen intuitiv zum Essen zu dem passenden Wein – und das bereits seit Jahrhunderten. Ein trockener Weißwein zum leichten Fisch oder ein kräftiger Rotwein zu Fleischgerichten. Doch nicht für jede Urzeit oder Gelegenheit passt auch ein alkoholisches Getränk. Auch Säfte harmonieren sehr gut mit Essen. So raten wir Ihnen einen leckeren Ananas- oder Mangosaft zu asiatischen Gerichten. Bei Fleischgerichten, wie Lamm oder Rind, greifen Sie am besten zu einem roten Trauben- oder auch Kirschsaft.

In der Regel gilt: Leichte Säfte passen zu leichten Speisen, wie z. B. Säfte aus Apfel, Mango, Rhabarber oder heller Traube. Deftige Speisen sollten Sie mit geschmacksintensiven Säften kombinieren, beispielsweise aus Kirschen oder verschiedenen Beerenarten. Sind starke Gewürze im Spiel, gleichen süß-saure Fruchtsäfte die Schärfe wunderbar aus und sorgen für eine wohltuende Balance.

Als Nachtisch können Sie sich auch noch den ein oder anderen Gaumenschmaus in Form eines Mocktails, also eines alkoholfreien Cocktails, zu Gemüte führen. Geübte Mixer können hier mit einer Kombination aus verschiedenen Säften diese noch in andere Sphären des Geschmacks heben.

Ist eine Saftkur sinnvoll?

Saftfasten gibt es bereits seit den 50er Jahren. Beim Saftfasten verzichten Sie mehrere Tage auf feste Nahrung und ernähren sich in dieser Zeit ausschließlich von Säften. Wichtig dabei ist es, nur kaltgepresste Säfte zu verwenden, die keinen zusätzlichen Zucker enthalten. Ziel dabei ist es den Körper zu entgiften, den Energiehaushalt ins Gleichgewicht zu bringen und die Verdauung zu entlasten. Dabei führen Sie Ihrem Körper durch die Säfte alle notwendigen Vitamine und Nährstoffe zu.

Zur Vorbereitung auf die Kur sollten Sie bereits in den Tagen vor der Saftkur Ihre feste Nahrung reduzieren und leichte Mahlzeiten verzehren. An den Fastentagen nehmen Sie etwa 250 Milliliter pro Mahlzeit an Säften zu sich, welche etwa 850 bis 1.000 Kalorien pro Tag ausmachen sollten. Zusätzlich trinken Sie ausschließlich Wasser, ungesüßten Tee und Gemüsebrühe. Zwischen drei und sieben Tagen können Sie Saftfasten. Beachtet werden sollte allerdings, dass ausgewogene Obst- und Gemüse gewählt werden, die in der Summe nicht zu viel Fruchtzucker beinhalten.

Sehen Sie die Kur vor allem nicht als Wunderkur. Nehmen Sie sie vielleicht als Entgiftung und Start für ein bewusstes Essverhalten.

Guten Durst!

Wie Sie merken: Saft ist nicht gleich Saft und sollte mit Rücksicht auf Ihren Körper in Maßen, nicht in Massen genossen werden. Gönnen Sie sich aber ruhig ab und zu ein Glas – die Sortenvielfalt lädt schließlich dazu ein. Nur trinken Sie mit Bedacht, denn die versteckte Kalorienbombe sollte nicht Überhand nehmen. Achten Sie beim Kauf vor allem auf die Inhaltsstoffe und den Kaloriengehalt. Dann bleibt uns nur noch zu sagen: Zum Wohl!

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